Der tägliche Wahnsinn wirft Fragen auf:
Was ist ein Tier heute wert und wie egoistisch ist die Tierliebe? Wie produziert „Rettung“ mehr leid und für wie viele ist es einfach nur noch ein Geschäft?
Dieser Blog richtet sich ausdrücklich nicht an Menschen die wirklich verzweifelt sind und unverschuldet in einer Notlage stehen. Davor ist niemand sicher und dann sind wir alle froh, wenn wir Hilfe erhalten.
Die meisten Notlagen sind aber hausgemacht und jetzt bitte Sache des Tierschutzes sich darum zu kümmern. Da kommt die erste Anfrage nach der Aufnahme von 12 Katzen, die hat man halt so eingesammelt und kann sie nicht mehr halten. Nein kastriert und geimpft sind die nicht. Eine Aufnahmegebühr ist aber unverschämt. Und weiter mit dem nächsten Anrufer, der Hund ist am Samstag eingereist aber der ist gar nicht lieb, der knurrt die Kinder an. Der Verein hat keinen Platz für den Hund, sie müssen den jetzt nehmen. Wenn sie den nicht nehmen, sind sie schuld wenn a) meinen Kindern was passiert oder b)man den Hund aussetzt. Alternativ auch gerne die Aufforderung den Hund aufzunehmen, man hat diesen vor dem Tierheim/aus schlechter Haltung/von einem Vermehrer gerettet. Aber jetzt hat man kein Geld um einen Trainer zu buchen, den Tierarzt zu bezahlen oder überhaupt hat man sich das ganz anders vorgestellt. Gerade diese Anrufe nehmen einen Großteil unseres Tagesgeschäft in Anspruch und hinterlassen uns fassungslos. Wir können dieses Flut von Tieren nicht im Ansatz helfen. Wir würden gerne, aber die Verantwortung kann nicht ausschließlich auf uns abgewälzt werden. Wenn man dann noch SocialMedia öffnet wundert einen nicht mehr viel. Dutzende Anzeigen von Tieren, die gezielt die Emotionen bespielen. Es droht die Tötung, er/sie/es möchte nur geliebt werden, alle Geschwister sind unter nur er bleibt alleine zurück. Wer so vermittelt oder so adoptiert läuft allzu oft in die Falle und landet dann bei uns am Telefon.
Unser Tag geht indes weiter, beim Vermittlungstermin merken wir, es passt nicht. Wir erklären, dass es von unserer Seite nicht zu einer Vermittlung kommt und schon folgt die nächste Schimpftirade, gerne gekrönt mit der Aussage wir wollen ja gar keine Tiere vermitteln und dann braucht man sich ja nicht zu wundern, wenn man sich einen Hund im Internet besorgt. Tja, was sollen wir sagen, wir hören uns dann wahrscheinlich in ein paar Wochen am Telefon…..
In diesem Sinne, bitte denkt mehr nach, denkt in erster Linie an die Bedürfnisse der Tiere und ob ihr diese ehrlich erfüllen könnt. Wir versprechen im Gegenzug den Humor nicht zu verlieren und so gut wie möglich jede Geschichte unvoreingenommen zu hören um keine Vorverurteilung zu treffen.